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Der Händler haftet für die falsche Angaben von ausländischen Produzenten

Das LG Berlin (Urteil v. 12.01.2011, Az. 97 O 178/10) entschied, dass ein Händler für die Angaben eines ausländischen Produzenten hafte, wenn er diese Angaben in der Werbung verwendet und das Produkt die versprochenen Angaben nicht erfüllt.

Der Beklagte verkaufte in Asien hergestellte Ersatz-Akkus für Laptops. Er bewarb die Ersatzakkus mit der vom Hersteller angegebenen Leistungskapazität. Die wirkliche Leistung war jedoch um fast 30 % geringer als die Angaben auf der Packung.

Das LG Berlin entschied: Ein Kunde gehe von der angegebenen Leistungskapazität auf der Packung aus und rechne nicht mit einer derartigen Leistungsdifferenz. Der Beklagte habe für die Angaben auf der Packung einzustehen, da er mit der Leistungskapazität geworben habe. Auch wenn dem Beklagten die tatsächliche Abweichung nicht bekannt gewesen sein sollte, treffe ihn eine Prüfungspflicht, da die Problematik mit Leistungsabweichungen bei ausländischen Akkus auf dem Markt bekannt sei.

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